Die Deutsche Meisterschaft Bogen Halle 2026 in Berlin ist gestartet: Die Halle ist aufgebaut, die ersten Pfeile sind geschossen und die besten Bogenschützinnen und -schützen Deutschlands kämpfen um die nationalen Titel. Wir haben mit Jörg Gras, Bundessportleiter Bogen beim Deutscher Schützenbund, über seine Eindrücke zum Auftakt, Erwartungen an das Wochenende und die Auswirkungen der neuen Ergebnisverbesserungs-Option gesprochen.

Jörg, die Halle ist vorbereitet und die ersten Wertungspfeile sind geschossen. Wie hast du den Aufbau und den Start in die Meisterschaft erlebt?

Der Aufbau einer Deutschen Meisterschaft ist immer ein besonderer Moment. Wenn man sieht, wie aus einer leeren Halle Schritt für Schritt eine Wettkampfarena entsteht – mit Schießlinie, Scheiben, Technik und Zuschauerbereich – dann merkt man schnell: Jetzt wird es ernst.

Hier in Berlin hat alles hervorragend funktioniert. Das Organisationsteam und die vielen Helferinnen und Helfer haben großartige Arbeit geleistet. Als dann die ersten Athletinnen und Athleten an der Linie standen und die ersten Wertungspfeile geschossen wurden, war sofort diese typische DM-Atmosphäre da: Konzentration, Spannung und natürlich auch ein bisschen Nervosität.

Was erwartest du sportlich von diesem Wochenende?

Eine Deutsche Meisterschaft in der Halle ist immer der Höhepunkt der Wintersaison. Hier kommen die besten Schützinnen und Schützen aus ganz Deutschland zusammen – entsprechend hoch ist das sportliche Niveau.

Ich erwarte viele enge Entscheidungen und sehr starke Ergebnisse. Gerade in den Eliminationsrunden kann es schnell dramatisch werden, weil Kleinigkeiten entscheiden. Für die Zuschauer ist das natürlich besonders spannend.

In diesem Jahr gab es mit der Möglichkeit der Ergebnisverbesserung eine Neuerung für die Qualifikation. Wie hat sich das auf das Teilnehmerfeld ausgewirkt?

Die Möglichkeit zur Ergebnisverbesserung gibt den Athletinnen und Athleten mehr Chancen, sich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Wer bei einer Meisterschaft vielleicht – krankheitsbedingt – nicht sein bestes Ergebnis erzielt hat, kann unter bestimmten Bedingungen noch einmal nachlegen.

Das hat dazu geführt, dass die Leistungsdichte noch einmal etwas gestiegen ist. Wir sehen in vielen Klassen ein sehr starkes Teilnehmerfeld, weil sich zusätzliche Athletinnen und Athleten mit guten Ergebnissen qualifizieren konnten.

Haben sich dadurch auch die Limitzahlen verändert?

Die Limitzahlen sind im Grunde stabil geblieben. Das Ziel war nicht, die Startfelder deutlich zu vergrößern, sondern den Qualifikationsprozess fairer und flexibler zu gestalten.

Durch die Ergebnisverbesserung kann es allerdings sein, dass in einzelnen Klassen das Niveau noch einmal etwas höher liegt. Das macht die Konkurrenz natürlich noch spannender.

Zum Abschluss: Worauf freuen Sie sich persönlich an diesem Wochenende am meisten?

Auf die Finals – ohne Frage. Wenn die besten Schützinnen und Schützen im direkten Duell um die Titel kämpfen, ist das immer ein besonderer Moment.

Und ich freue mich natürlich darauf, viele spannende Wettkämpfe zu sehen und am Ende würdige Deutsche Meisterinnen und Deutsche Meister zu feiern. Genau dafür machen wir diese Veranstaltung.