Neben den sportlichen Entscheidungen bietet die Deutsche Meisterschaft Bogen Halle 2026 auch zusätzliche Angebote für die Athletinnen und Athleten. Ein besonderes Format ist die Videoanalyse der Schießtechnik, die im Rahmen der Meisterschaft durchgeführt wird. Wir haben mit Sandra Dehn über das Angebot und den Nutzen für die Sportlerinnen und Sportler gesprochen.
Sandra, bei dieser Deutschen Meisterschaft wird eine Videoanalyse für Athletinnen und Athleten angeboten. Wie funktioniert das Angebot?
Die Anmeldung ist bereits im Vorfeld über den Verband erfolgt. Dadurch konnten viele Athletinnen und Athleten die Gelegenheit nutzen, ihre Schießtechnik einmal genauer analysieren zu lassen.
Während der Analyse werden die Bewegungsabläufe beim Schießen gefilmt. Anschließend schauen wir uns das Material gemeinsam mit den Sportlerinnen und Sportlern an und besprechen direkt vor Ort die wichtigsten Punkte.
Was passiert nach der Aufnahme des Materials vor Ort?
Zunächst erfolgt eine erste Auswertung im persönlichen Gespräch. Dabei ist es uns wichtig, nicht nur die Technik zu betrachten, sondern auch Rückmeldungen der Athletinnen und Athleten einzubeziehen. Dazu gehören zum Beispiel ihre eigene Einschätzung, ihr Trainingsumfeld oder auch individuelle Rahmenbedingungen. Diese Faktoren spielen eine große Rolle, wenn man Technik sinnvoll weiterentwickeln möchte.
Im Anschluss bereiten wir die Analyse noch einmal strukturiert auf. Die Sportlerinnen und Sportler erhalten daher im Nachgang eine Präsentation mit den wichtigsten Beobachtungen, verständlich erklärt und ergänzt durch konkrete Tipps und Trainingshinweise, die sie später im Verein oder im Heimtraining nutzen können.
Ist dieses Analyseverfahren auch Teil der regelmäßigen Trainingsarbeit?
Ja, absolut. Die Videoanalyse ist ein Standardinstrument am Bundesstützpunkt Bogen in Berlin. Dort nutzen wir sie regelmäßig im Rahmen der Leistungsdiagnostik mit unseren Nachwuchskadersportlerinnen und -sportlern.
Für Trainerinnen und Trainer ist das sehr hilfreich, weil die Entwicklung der Technik gleichzeitig dokumentiert wird und die Entwicklung der Technik zeitlich verfolgt werden kann. Gleichzeitig können die Athletinnen und Athleten selbst sehr gut erkennen, woran sie arbeiten müssen.
Welchen Effekt hat es für die Sportlerinnen und Sportler, ihre eigene Technik auf Video zu sehen?
Ein sehr wichtiger Punkt ist die Schulung der eigenen Körperwahrnehmung. Beim Schießen hat man ein bestimmtes Gefühl für die Bewegung, aber auf dem Video sieht man, wie sie tatsächlich aussieht. Dieser Vergleich zwischen gefühlter und tatsächlicher Bewegung ist unglaublich wertvoll. Viele Sportlerinnen und Sportler erkennen dadurch sehr schnell, an welchen Details sie arbeiten können.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft solcher Angebote bei Meisterschaften?
Ich freue mich sehr über das große Interesse. Die Nachfrage zeigt, dass viele Athletinnen und Athleten die Chance nutzen möchten, ihre Technik weiterzuentwickeln. Solche Angebote sind daher eine schöne Ergänzung zum Wettkampfgeschehen. Sie verbinden Leistungssport, Ausbildung und Austausch – und genau das macht Veranstaltungen wie diese Deutsche Meisterschaft auch außerhalb der Schießlinie besonders wertvoll.


